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Keynote: Seniors ohne Juniors? Was KI mit Erfahrung, Verantwortung und IT-Betrieb macht

Ich bin nicht als Senior gestartet. Niemand tut das. Man wird es durch Erfahrung: durch Tickets, Fehlersuche, Logs, kaputte Systeme, nächtliche Incidents, falsche Annahmen — und durch Menschen, die einem zeigen, worauf es wirklich ankommt. Vieles davon wirkte im Moment wie Routinearbeit. Rückblickend war es Ausbildung.

Genau deshalb beschäftigt mich KI im IT-Betrieb so stark. Denn generative KI automatisiert zunehmend genau die Aufgaben, an denen Menschen bisher gelernt haben: Logs erklären, Tickets zusammenfassen, Konfigurationen vorschlagen, Runbooks schreiben, Skripte erzeugen und erste Fehleranalysen liefern. Das ist eine enorme Chance für überlastete Teams. Aber es stellt auch eine unbequeme Frage: Wie entstehen künftig erfahrene Administratorinnen, Architekten und Betriebsverantwortliche, wenn die klassischen Lernpfade verschwinden?

Die Keynote betrachtet KI deshalb nicht als Hype, sondern als Veränderung von Verantwortung, Erfahrung und Kontrolle im Betrieb. Gerade in Storage, Server und Netzwerk steigen die Anforderungen: hybride Infrastrukturen, KI-Workloads, Ransomware, Backup- und Restore- Fähigkeit, Compliance, NIS2, CRA, Auditierbarkeit und Fachkräftemangel treffen auf Teams, die mehr leisten müssen als je zuvor.

Der Vortrag verbindet persönliche Reflexion mit technischer Tiefe: Wie können Admin-Copiloten, AI-gestützte Runbooks, RAG auf Betriebsdokumentation, GitOps, Policy-as-Code, Observability und sichere Automatisierung helfen? Wo entstehen neue Risiken durch Schatten-KI, Halluzinationen, fehlende Nachvollziehbarkeit und blinde Automatisierung? Und wie gestalten wir Lernwege, in denen Nachwuchs nicht nur Prompts schreibt, sondern Systemverständnis, Urteilskraft und Verantwortungsbewusstsein entwickelt?

Die These: Die Zukunft des IT-Betriebs entscheidet sich nicht daran, wie viel wir automatisieren. Sie entscheidet sich daran, ob wir Automatisierung so gestalten, dass Menschen weiterhin verstehen, entscheiden und Verantwortung übernehmen können.

Lernziele

Die Teilnehmenden nehmen aus dem Vortrag mit, wie KI den IT-Betrieb verändert – nicht nur technisch, sondern auch kulturell: Wie lernen Menschen künftig Betrieb, wenn KI viele Einstiegsaufgaben übernimmt? Wo kann Automatisierung Teams wirklich helfen? Und wie sorgen wir dafür, dass Erfahrung, Urteilskraft und Verantwortung nicht verloren gehen, sondern mit KI neu wachsen können?

Speaker

 

Bernd Erk
Bernd Erk ist CEO von NETWAYS sowie CEO und Mitgründer von Icinga. Seit vielen Jahren arbeitet er an Open-Source-basierten Lösungen für IT-Infrastruktur, Monitoring, Automatisierung und Betrieb. Er kennt die Realität moderner IT-Teams aus eigener Praxis – von Incidents und Fehlersuche bis zu Managed Services, Fachkräftemangel und wachsender Komplexität. In seinem Vortrag spricht er darüber, wie KI den IT-Betrieb verändert und warum Erfahrung, Verantwortung und Systemverständnis auch in automatisierten Umgebungen entscheidend bleiben.